Ein Telekommunikationsanbieter kann nun Kunden mit hohem Abwanderungsrisiko drei Monate im Voraus identifizieren.

Ein großer Telekommunikationsanbieter verlor jährlich 151.300 Abonnenten. Das Kundenbindungsteam meldete sich erst, nachdem ein Kunde gekündigt hatte. Mithilfe von Predictive Analytics identifiziert das Unternehmen nun gefährdete Kunden drei Monate im Voraus.
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Service: Predictive Analytics
Zeitleiste: Januar 2025 - Juni 2025
Land: Ukraine
Industrie: SaaS
Unternehmen: NDA, Nationaler Telekommunikationsbetreiber der Ukraine
Zusammenfassung: Die Rückgewinnung von Telekommunikationskunden ist nahezu unmöglich, sobald diese zu einem Mitbewerber gewechselt sind. Wir haben ein Prognosemodell implementiert, das gefährdete Kunden und ihre spezifischen Probleme drei Monate vor ihrem Wechsel identifiziert. So kann unser Team Probleme lösen und die Kundenbeziehung retten, bevor der Kunde einen Wechsel in Erwägung zieht.

Geschäft

Das Unternehmen ist ein etablierter Anbieter mit über 70.000 Abonnenten. Angesichts einer jährlichen Abwanderungsrate von 151.030.000 benötigte es eine Möglichkeit, die Umsätze durch die Bindung bestehender Kunden zu sichern, anstatt sich nur auf Neukunden zu konzentrieren.

Problem

Die größte Herausforderung war der richtige Zeitpunkt. Eine Kontaktaufnahme während eines Kündigungsgesprächs ist meist zu spät, da der Kunde oft bereits einen Vertrag mit einem Mitbewerber abgeschlossen hat. In diesem Stadium ist das Vertrauen verloren, und selbst hohe Rabatte helfen kaum noch. Das Unternehmen musste unzufriedene Kunden identifizieren, solange sie noch gehalten werden konnten.

Lösung

Schritt 1: Zusammenführung von Daten aus separaten Systemen

Das Projekt begann mit der Zusammenführung aller Kundendaten an einem zentralen Ort. Dazu gehörten Zahlungshistorie, technische Protokolle, Supportanfragen usw. Wir verknüpften Daten, die zuvor in verschiedenen Abteilungen gespeichert waren. So entstand ein einheitlicher Überblick darüber, wie jeder Abonnent den Service im Laufe der Zeit erlebt hat.

Schritt 2: Identifizierte subtile Frustrationssignale

Wir nutzten die aufbereiteten Daten, um spezifische Verhaltensweisen zu identifizieren, die vor der Kündigung eines Kunden auftraten. Diese Signale dienten als unauffällige Hinweise. Beispiele hierfür waren ein leichter Rückgang der Internetgeschwindigkeit oder eine plötzliche Änderung der Zahlungsweise. Diese kleinen Signale waren oft zu subtil, als dass sie manuell bemerkt worden wären.

Schritt 3: Das Vorhersagemodell wurde trainiert

Wir trainierten ein Vorhersagemodell anhand Tausender Beispiele ehemaliger Kunden, die das Unternehmen bereits verlassen hatten. Das Modell lernte, die Muster zu erkennen, die zu diesen Abgängen führten. Das System weist nun jedem Abonnenten basierend auf diesen Mustern eine Risikobewertung zu. Dadurch konnte der Anbieter einen Austritt vorhersagen, noch bevor eine formelle Beschwerde einging.

Schritt 4: Umstellung auf proaktive Kontaktaufnahme

Das Kundenbindungsteam erhielt wöchentlich eine Liste dieser gefährdeten Kunden. Anstatt auf eine Beschwerde zu warten, riefen sie die Kunden an und boten ihnen direkt eine Lösung an. Sie behoben technische Probleme oder unterbreiteten günstigere Tarife, während die Kunden noch gesprächsbereit waren. Durch diese Vorgehensweise konnte eine drohende Kündigung in ein positives Kundenerlebnis verwandelt werden.

Ergebnisse

  • 80% Genauigkeit bei der Identifizierung gefährdeter Kunden bis zu drei Monate bevor diese sich zur Kündigung meldeten.
  • 8.400 Abonnenten wurden jedes Jahr für eine Rettung ausgewählt, bevor sie zu einem Konkurrenten wechseln konnten.
  • Reduzierte Fluktuation weil das Team versteckte Frustrationspunkte angeht, bevor sie eskalieren.
  • Die Kommunikation wurde hyperpersonalisiert. weil das Team genau wusste, wer das Team verlassen würde und warum.
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